Buchrezension
von Carsten Wittmaack
ScriptTeam Medienagentur, Hamburg
Welcher
Verlag sucht nicht danach: Deutsche Autoren, die packend erzählen
können, ohne mit dem erhobenen moralischen Zeigefinger
daher zu kommen? Zu dieser seltenen Spezies des gehobenen Unterhaltungs-Genres
gehört Lutz Kreutzer.
"Gott
würfelt doch" ist anspruchsvolle Unterhaltungsliteratur
im besten Wortsinn und lässt sich inhaltlich am ehesten
als deutsch-deutscher Thriller umschreiben. Wobei dieses Schubladendenken
dem Buch nicht wirklich gerecht wird, dafür ist das Werk
schlichtweg zu komplex angelegt. Die spannende und gleichzeitig
kurzweilige Geschichte beschreibt das abenteuerliche Leben des
Protagonisten Walter Landes, der als Mörder lebenslänglich
verurteilt wird, und erst frei kommt, als klar wird, dass er
gar nicht der ist, für den ihn das Gericht hielt ...
Werke
dieser Art gehören nach wie vor zu den Buchthemen, die
ein breites Lese-Publikum ansprechen. Vor allem, wenn das Manuskript
derart detailgenau und akribisch erarbeitet wurde wie "Gott
würfelt doch". Historische Wahrheit und Fiktion gehen
eine höchst spannende Ehe ein, wobei es dem Autor gelingt,
sein großes Faktenwissen ausgesprochen unaufdringlich
in den Fluss der Geschichte einzubetten.
"Gott würfelt doch" wird aus der Ich-Perspektive
heraus erzählt. Die Charaktere
sind sehr gut ausgearbeitet und im wahrsten Sinn des Wortes
lebendig. Die Sprache ist schwungvoll und flott.
Nie gleitet sie ins Umgangssprachliche oder gar ins Triviale
ab.
Fazit:
Ohne
Frage ist "Gott würfelt doch" mehr als bloße
Unterhaltungsliteratur. Dem Autor geht es auch darum, die moralischen
Grenzen einer scheinbar grenzenlosen Wissenschaft aufzuzeigen.
Nebenbei gewährt er Einblicke in die Denkschemata totalitärer
Regime, ohne jedoch dabei der Handlung ihren Lauf zu nehmen. Vor allem aber:
Die Geschichte fesselt ihre Leser und erzeugt
eine ausgesprochen dichte Atmosphäre.
Carsten Wittmaack
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